Jan
16

Da sagte mir einer meiner Kollegen doch neulich, dass mein Blog hier viel zu weniger Bilder enthalten würde. Das war eine Untertreibung. Es gab bislang noch gar kein einziges Foto vom BMW i3. Das ändert sich ab sofort, sagt doch ein Bild bekanntlich mehr als 1000 Worte. Zu sehen ist die interessante hintere Tür, die am Heck angeschlagen ist (früher sagte man Selbstmördertüren dazu). Aber keine Sorge, die geht nur auf, wenn die vordere Tür bereits geöffnet ist. Vorteil: Keine B-Säule. Nachteil: In der Garage und bei engen Parkplätzen ist man irgendwie gefangen. Die hintere Tür ist aber so schmal, dass man sie problemlos zubekommt, ohne sich verrenken zu müssen. Kann man geteilter Meinung drüber sein. Ich find’s cool.

Jan
12

Ich möchte an dieser Stelle nicht den Faden verlieren. Die letzten Einschübe dieses Blogs waren dem aktuellen Wetter geschuldet. Aber eigentlich war ich in meinen Ausschweifungen bei der Entscheidung für das Elektroauto stehen geblieben. Jetzt stand ich vor der Frage, welches Elektroauto es denn wohl sein soll. Ich weiß nicht mehr, wie oft ich auf meinem Handy unter mobile.de irgendwelche Suchanfragen startete, die alle Optionen offen ließen: Kilometer, Kaufpreis, Marke. Alles egal. Bis auf: Antrieb. Dort kam immer das kleine Häkchen hinein. Und *buff* hatte ich alle E-Autos schön sauber aufgelistet vor mir. Bald aber verfeinerte ich meine Anfragen. Ich brauchte keine Krankenfahrstühle. Und ein Tesla? Die standen bei „teuerste zuerst“ immer ganz oben. Das genau aber ist ihr Hauptnachteil. Es sind die teuersten. Also musste es etwas dazwischen sein. Ach ja: Auch der Standort ist ja nicht ganz unwichtig bei einem Elektroauto. Unglaublich, wie viele schon in Italien und in Litauen herumfahren. Aber die kann man nicht mal eben fix holen. Vor allem, wenn man noch nicht die geringste Ahnung hat, wie das mit der Aufladen eigentlich funktioniert. Und wo.

Nach und nach kristallisierten sich einige recht nette Fahrzeuge heraus. Nein, es war KEIN Nissan Leaf darunter. Ich bekomme Plack, wenn ich so einen sehe. Aber die Franzosen gefielen mir ganz gut. Ich gebe es hiermit zu: Der Renault Fluence Z.E. hatte es mir angetan. Schick, flott, günstig. Einige Exemplare für unter 10000 Euro. Wurde nur kurz gebaut. Aber egal. Wenn da nicht diese innere Stimme gewesen wäre. Der Fluence ist ein Exot. Selten. Aber kein Überflieger. Also doch lieber ein Zoe? Ich bin 1,87 m groß. Und diese Keksdose ist mir einfach zu klein. Und dieses Leasingmodell für den Akku ist mir zu viel Bevormundung. Also verliebte ich mich kurzerhand in den BMW i3. Nicht wirklich billig. Aber durchdacht und (irgendwie ausschlaggebend): Völlig neu designt. Golf, Mini, Smart. E-Up und wie sie alle heißen: Autos, denen man den Antriebsstrang herausgerissen und Batterie und E-Motor hineinverpflanzt hat. Überzeugte mich nicht. Also wieder auf zu mobile.de. Fast täglich. Gucken wo einer steht. Und was er so kostet. Ob vielleicht binnen weniger Tage, höchstens Woche, ein Preisverfall auszumachen ist. Tatsächlich, OWL ist voll davon. Voll mit äußerst preisstabilen Exemplaren. Teuer. Aber zumeist wenig gefahren. Sollte ich zugreifen und meiner gepeinigten Seele endlich Ruhe verschaffen? Ich war bereit. Bis mir beim Frisör eine Auto-Bild in den Schoß flatterte.

Jan
10

Ok, die angekündigte Rückfahrt war wirklich kalt. Ich behielt vorsichtshalber die Jacke im Auto an, als ich jüngst bei -8 Grad und nicht vorgeheiztem Auto nach Hause fuhr. Ich hatte ja schon erwähnt, dass man Abfahrtszeiten eingeben kann, für das sich Akku und Auto vorab aufheizen. Das geht übrigens auch ohne Stromanschluss nur über den Akku. Im Wagen brummt dann die Wärmepume vor sich hin (Sonderausstattung, 600 Euro extra und unbedingt zu empfehlen!) und es wird warm. Der Trick ist, dran zu denken, vorher die Zeit einzustellen. Und ich muss mir überlegen, ob ich mir dieses satten Stromverlust reichweitentechnisch leisten kann. Wenn nicht, ist der Start wie in jedem anderen Auto vor allem eins: kalt! Darum hat BMW dem i3 auch eine Mega-Sitzheizung spendiert. Schon Stufe eins wird anfangs mächtig warm, Stufe zwei ist gut nach langen Schneewanderungen und Stufe drei nenne ich bereits scherzhaft die Spiegelei-Einstellung :-). Das ist Absicht: Autositze lassen sich leichter aufheizen als die Luft drumherum. Ich fühle mich also gut gewärmt, aber die Fingerspitzen sind doch etwas frostig. Die Warmluft aus dem Gebläse verdient ihre Bezeichnung: warm. Bei voller Gebläseeinstellung: viel warm. Aber eben nicht heiß. Jetzt, bei Temperaturen um 0 Grad, kommt die Heizung aber ganz gut klar. Wie meine im Winter oft fröstelnde Gattin sieht, beschreibe ich ein anderes Mal – oder decke gleich ganz den Mantel des Schweigens darüber.

Jan
06

Wie fährt es sich bei dieser Schweinekälte mit einem Elektro-Auto? Ich wurde früh gewarnt, dass im Winter die Reichweite sinkt, weil der Akku kalt wird und nicht mehr die volle Kapazität hat. Das ist wie mit einer Kamera, die beim Winterspaziergang vor der Brust baumelt und deren Stromversorgung schnell nichts mehr sagt. Außerdem gibt es bei Verbrennungsmotoren – wie der Name ja schon sagt – massig Abwärme, die man prima zum Heizen nutzen kann. Im Elektroauto gibt es nichts dergleichen. Im Gegenteil: Wärme mit Strom erzeugen kostet richtig viel Saft. Langer Rede kurzer Sinn: Die Fahrt nach Geseke war gemütlicher als früher. Das liegt an einem schönen Trick: In meinem E-Auto kann nämlich die Abfahrtszeit vorab eingestellt werden. Eine Viertelstunde vorher springen die Aggregate an und wärmen den Akku, damit dieser vernünftig arbeitet. Und der Fahrgastraum wird ebenfalls schön warm. Also ziehe ich morgens den Ladestecker ab und kuschle mich in das warme Autochen, um zur Arbeit zu schweben. Die Klimaautomatik hält die Innentemperatur spielend. Zumindest bei -8 Grad heute morgen. Gleichzeitig brummt die Wärmepumpe, die den Akku weiter bei Laune hält (was schade ist: ein brummendes Elektroauto. Nicht ganz Sinn der Sache. Brummt aber nur im Winter). Nachher geht es wieder zurück. Wieder bei Minustemperaturen. Ohne Vorwärmung. Ich werde ausführlich berichten.

Jan
05

Aus aktuellem Anlass möchte ich hier meine Erinnerungen einmal unterbrechen. Denn gestern Abend wurde es mit einem Mal spiegelglatt auf den Straßen. Das bedeutet natürlich: langsam fahren. Aber wie bewegt sich ein Elektroauto im Grenzbereich? Weil die Landesstraße 776 völlig frei war, tastete ich mich vorsichtig heran. Und siehe da: Die Kiste liegt wie ein Brett. Zu kräftiges Beschleunigen (auch der BMW i3 hat traditionell Heckantrieb) wird sofort elektronisch heruntergeregelt. Und zwar viel schneller, als ich es von meinem früheren Verbrenner (ein 3er BMW compact) her kannte. Gleiches gilt für die sonst recht starke Verzögerung bei der Rekuperation, wenn also der Motor zum Generator wird und wieder Strom an den Akku abgibt: Leisester Schlupf wird sogleich registriert, die Räder rollen stabil weiter. Toll! Durch den tiefen Schwerpunkt (die Bodengruppe besteht fast nur aus Akku) und der gleichmäßigen Gewichtsverteilung liegt der Wagen schön stabil. Soweit ich das jetzt schon sagen kann. Sobald eine Decke festgefahrenen Schnees vor mir liegt, werde ich weitere Experimente anstellen und berichten. Jetzt bin ich zunächst gespannt auf den Mega-Frost *bibber*.

Dez
30

Es war, wie so oft im Leben, die liebenswürdige Gattin, die pragmatisch an die Sacher heranging. „Meine Güte“, meinte sie im Herbst, „wenn dich das Thema so sehr beschäftigt, dann kauf dir doch ein Elektroauto“. In der Tat waren meine dauernden lauten Überlegungen wohl etwas nervig geworden. Im Grunde war es die Frage nach dem „jetzt schon?“, die mich immer wieder umtrieb. Denn mein alter BMW war echt durch. Aber E-Autos sind echt teuer und ihre Reichweite begrenzt – wobei  alle paar Wochen neue Nachrichten von immer besseren Akkus, die einst kommen werden, die Runde machen. Es ging mir wie dem Käufer eines neuen PC oder Handys: Noch ein bisschen warten, dann kommt das Knallermodell raus! Und dann noch ein bisschen warten, dann wird es etwas billiger. Kein Wunder, dass die liebenswürdige Gattin das alles nicht mehr hören konnte. Und dann endlich (die Erde hörte sich für einen Moment auf  zu drehen, es wurde taghell im Zimmer, Engelschöre erklangen) hörte ich mich sagen: „Ok. Elektrisch. Warum nicht?“

Eine Zentnerlast rutschte der Familie vom Herzen. Jetzt hatte ich ein Ziel: Die Suche nach dem richtigen Modell. Ich verrate nicht zu viel, wenn ich einräume, dass erneut besagte Gattin den richtigen Wink gab, nachdem ich alle nur denkbaren Modelle vor meinem geistigen Auge abwog. Dazu später mehr.

Dez
29

Was hab ich früher für Autos gefahren… Einen alten Käfer (den ich sogar heute noch habe), einen R4 mit Kastenaufsatz, einen Polo mit einer Kupplung wie aus Beton, einen fürchterlichen Opel Kadett E, schließlich einen Renault Megane Coach und zuletzt einen 3er BMW Kompakt (E 46, wenn das jemandem etwas sagt). Letzterer hat wirklich gut durchgehalten: Mit 316 000 Kilometern auf dem Tacho habe ich ihn jetzt verkauft (für einen Euro) und er fährt immer noch munter durch die Gegend.

Es war im Sommer, als die merkwürdigen Alterslaunen meines Alt-BMW meine ersten Gedanken aufkeimen ließen: Soll ich elektrisch? Einen schönen Stromer kaufen? Ade Benzinpreise? Solche Gedanken können einen nachts wach halten, ich weiß es aus erster Hand. Damit andere potenzielle Elektroauto-Käufer, wenn sie denn nun auch nachts wach liegen, etwas Unterhaltung haben, schreibe ich nun diesem Blog. Er beginnt mit der Überschrift

Der lange Weg zur Entscheidung 

Eigentlich ist ein Autokauf trivial. Man sucht eins aus, bezahlt, fährt los. Und ich habe mir die Augen ausgeguckt. An keinem Gebrauchtwagenplatz konnte ich vorbeifahren, ohne mir einzureden, dass der fette 7er alt, aber äußerst luxuriös ist. Dass Mercedes auch sehr nette Flitzer hat. Oder lieber was kleines, flottes? Alle Kisten hatten aber eines gemeinsam: Sie gehören zur Gruppe der Fossiler. Diesel, Benzin, eventuell Gas (mit dem ich selbst viele Jahre erfolgreich fuhr) waren die einzigen Alternativen.  Bis zu jenem Tag, an dem mein Freund und Elektro-Pionier Franz-Josef mich einlud, einmal mit seinem neuen E-Flitzer zu fahren: Ein Nissan Leaf, der bislang meist gebaute Stromer. Zwei Eindrücke dieser ersten Begegnung mit dem Wagen auf seinem Hof sind mir unvergesslich. Zum einen: Der Nissan ist pottenhässlich. Uh! Kabelbrand im Designercomupter. Darin möchte ich nicht erkannt werden. Zum anderen: Als Franz-Josef das Auto aus seiner Garage fuhr, hörte ich – nichts! Null. Völlige Stille. Und noch heute geht es mir so, dass ich irgendeine Reaktion meines Stromers erwarte, wenn ich ihn in Betrieb nehme. Ganz einfach weil ich es drei Jahrzehnte lang gewohnt war, dass da etwa brummen, vibrieren und qualmen muss. Aber E-Autos sind zwar nach dem Start an, aber eigentlich nur auf Stand-by. Und rollen absolut lautlos. Damals wurde ich infiziert.

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