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Mrz
11

Besichtigung des größten Wasserkraftwerks der Welt

So ein Auslandssemester vergeht wie im Flug… Ständig ist man unterwegs und kommt kaum zum Schreiben – besonders dann, wenn auch noch der Computer streikt. Jetzt sind wir schon wieder zurück in der Heimat nach, aber ich will an dieser Stelle gerne von einem Highlight während der Zeit in Chongqing berichten.

Die deutsche Studententruppe mit Begleiter Alex, ganz vorne, in aller Frühe auf dem Weg zum Tempel

Die deutsche Studententruppe mit Begleiter Alex, ganz vorne, in aller Frühe auf dem Weg zum Tempel

China, wir kommen

Ende Oktober hatten wir uns schon recht gut eingelebt auf dem Campus in Hechuan, Chongqing, China – bereits die ersten Freunde gefunden und Poker Turniere mit eben diesen veranstaltet. Auch lief unser Sprachkurs für die chinesischen Studentinnen und Studenten sehr gut. Den Großteil unserer Freizeit verbrachten wir bis dahin auf oder um den Campus herum. Daher war die Freude groß als Alex, der Ansprechpartner des German Centers am Yitong College, uns recht unerwartet und spontan die Möglichkeit eines Ausflugs für das Wochenende ankündigte. Zur Auswahl stand entweder ein Tagesausflug in eine historische Stadt etwas westlich von Chongqing oder eine zweieinhalbtägige Schiffstour über den Yangtze. Nach einigem hin und her wurde dann schließlich einstimmig die Schiffsfahrt gewählt, die sogar von der Universität bezahlt werden sollte.

Sightseeing und scharfe Suppe

Also ging es dann am 26. Oktober in aller Frühe in Begleitung von Alex und seiner Kollegin May mit dem Minibus auf nach Chongqing, wo ein größerer und mit chinesischen Touristen bepackter Bus auf uns wartete. Wir suchten uns die letzten freien Plätze im Bus, und dann folgte eine recht unangenehme Fahrt über ca. fünf Stunden zu einem Nationalpark mit Tempel und Blick auf den Fluss. Dort gab es Steinstatuen und historische Architektur zu sehen, und nachdem sich alle Touristen wieder beim Bus versammelt hatten, ging es weiter zu einer anderen Sehenswürdigkeit, die aus einer Insel bestand. Hier war der Eintritt jedoch nicht in der Tour mit inbegriffen. Deswegen und aufgrund akuter Müdigkeit (wir waren um 6 Uhr aufgestanden und die Busfahrt war nicht zum Entspannen geeignet gewesen) ließen wir diesen Programmpunkt aus und entspannten uns lieber bei einer Cola und einer nicht genauer zu definierenden, sehr scharfen Nudelsuppe.

Beeindruckende Dimensionen: Das Wasserkraftwerk

Beeindruckende Dimensionen: Das Wasserkraftwerk

Eine Schiffahrt, die ist lustig

Schließlich erreichten wir am Abend das Schiff und wurden in die Kajüten eingeteilt. Diese waren zwar nicht die größten und auch nicht die saubersten, die Matratzen auch nicht die neusten und die Toilette war deutlich durch ihren Geruch auch bei völliger Dunkelheit zu finden, aber zum Schlafen reichte es dann doch.

Am nächsten Morgen gab es um 7 Uhr ein sehr hektisches Frühstück, vermutlich weil alle 200 Passagiere des Schiffes nacheinander in dem kleinen Bordrestaurant mit zehn Tischen essen sollten. Nachdem wir alle ein paar Happen herunterbekommen hatten, wurden wir mithilfe von kleinen Ausflugsbooten zu einem sehr schönen Aussichtspunkt in einen Nebenarm des Yangtze geschifft. Am auffälligsten war die Tatsache, dass wir Deutschen die einzigen Touristen waren, die keine Schwimmweste trugen. Alle anderen trugen auch am Festland eine, vielleicht weil ein Fluss in der Nähe war und man ja nie wissen kann, was so passiert.

Live und in Farbe – das größte Wasserkraftwerk der Welt

Endlich das eigentliche Ziel unseres Ausflugs erreicht, nämlich den Drei-Schluchten-Damm bei Sandouping, etwa 40 km flussaufwärts von Yichang. Diese auf Englisch „three-gorges-dam“ genannte Talsperre ist eine Stauanlage mit einem Wasserkraftwerk und einer Schleusenanlage. Das Kraftwerk verfügt über eine installiere Nennleistung von 18,2 GW und ist damit das größte Wasserkraftwerk der Welt.

Hier konnten wir nun das imposante Bauwerk von einem Aussichtspunkt betrachten. Auch sehr beeindruckend war die in mehrere Hub-Abschnitte unterteilte Schiffsschleuse, in der riesige Frachtschiffe herauf- bzw. heruntergepumpt wurden, um die Höhendifferenz zwischen Stausee und Fluss zu überwinden.

Zum Schluss des Programms gab es sogar noch einen Theaterbesuch. Hier wurde von einer firmeneigenen Schauspielgruppe auf sehr beeindruckende Weise die Geschichte des Dammes in Form eines Musicals vorgetragen.

Weniger wäre (noch) mehr gewesen

Alles in allem war das Ganze ein sehr gelungener Ausflug, auch wenn es an beiden Tagen um 6 Uhr morgens für meinen Geschmack etwas früh losging… Leider waren wir an der für uns wichtigsten Sehenswürdigkeit erst am frühen Abend, sodass es dunkel wurde, bevor wir alles gesehen hatten. An diesem Tag hätten wir uns wohl eher eine Attraktion weniger, aber die Besichtigung des Damm dafür ausführlich gewünscht. Dennoch ein toller Trip. Danke Alex!

Beitrag von Enno Trennert, „Energietechnik und Ressourcenoptimierung“, 6. Semester

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