Okt
29

29.Oktober.2010

Wo soll ich nur anfangen, in den letzten Wochen habe ich so viel erlebt, und ich frage mich wie diese ganzen Erlebnisse in einen so kurzen Zeitraum passen!

Also vom 6. Bis 16. Oktober waren Schulferien…wir und der rest des staffs hatten uns einige Tage vorher zusammengesetzt und uns überlegt mit welchen Aktivitäten wir diese 10 Tage füllen, sodass die Kinder beschäftigt sind.
Eva und ich hatten ein bisschen mehr Zeit fürs Coachen – Eva hat jetzt mit Volleyball Coaching begonnen…die Kinder zu trainieren ist wirklich eine Herausforderung! Sie sind gewohnt ohne Regeln zu spielen und das merkt man doch sehr! Sie haben nämlich noch nicht einmal Sportunterricht in der Schule. Die Kinder sind meist allein aufs Match aus und es ist schwer mit ihnen Trainingsübugen durchzuführen. Letzte Woche habe ich das Training abgebrochen, weil sie völlig chaotisch gespielt haben und nur gegen die Bälle geballert haben und ständig gefragt haben: “ Aunty, Aunty can we have a match now?”. Eva und ich haben dann beschlossen erst mal mit dem Coaching aufzuhören diese Woche, weil es bei ihr ähnlich ist.
Wir haben die Kinder gefragt, ob sie wirklich weiterhin trainiert werden wollen…und sie wollen, wir werden sehen, in wie fern sie das Training in Zukunft annehmen.
Eva, Johanna und ich hatten in den Ferien auch die Möglichkeit unsere Ideen zu realisieren. Wir haben einen Sporttag geplant, der wirklich gut abgekommen ist. An diesem Tag kamen die Kinder sogar alle festere Schuhe, Klettverschlusssandalen und teilweise sogar alte Turnschuhe. Wir haben uns richtig gefreut als sie den Sporttag so ernst genommen haben:) Wir begonnen mit einem gemeinsamen Warming up mit Einlaufen, Dehnen und Skippings, nach dem die meisten schon total fertig waren xD
Wir hatten sechs Teams und drei Sportarten: Fußball, Volleyball und Frispee. Der Teamgeist und der Ehrgeiz hat uns an einigen Stellen etwas gefehlt, aber für den 1. Sporttag war es denke ich sehr erfolgreich. Am schluss haben wir dann alles zusammen noch Baseball-Brennball gespielt, ich denke, dass war für alle das Highlight und hat wirklich jedem Spaß gemacht. Zur Belohnung gabs für die Kinder German chocolates und für das Gewinnerteam sogar selbstgebastelte Medaillien.
Außerdem haben wir mit den Kindern “treasure hunting” gemacht! Sie mussten nach verschiedenen Clues suchen und haben am Ende eine Schatzkarte bekommen die zu einem ganz tollen treasure mit Gummibärchen und nimm 2 soft führte….
Wir haben auch angefangen 5 Jungen und Mädchen einen von uns selbst ausgedachten Tanz beizubringen zu dem High School Musical Song “All for one”. Die Kinder werden diesen Tanz beim Blessing am 24 November tanzen, wenn das neues Haus eingeweiht wird…wir sind gerade noch dabei einen Tanz für die ganz kleinen auszudenken, es wird ein ganz einfacher Tanz, angelehnt an Eurythmie, zu total chilliger Musik. Jedes Kind bekommt wahrscheinlich ein Palmenblatt in die Hand.
Es war jeden Tag library-time, wofür ich zuständig bin. Die Kinder hatten ne Stunde pro Tag zum lesen. Ich hab versucht die großen Kis dazu zu bringen mal ein etwas dickeres Buch zu nehmen, aber das ist den meisten scheinbar zu anstrengend….aber library machen wir jetzt wirklich regelmäßig weil einige echt Probleme beim Lesen haben, oder auch beim selbstständigen Texte-Schreiben.
Wir hatten während den Ferien Teacher Francies aus Singapur zu Besuch, die mit den Kindern Geschichten und Zusammenfassungen Schreiben geübt hat. Sie war etwas erschrocken, und meinte die Kinder müssten grammatikalisch weiter sein….z.B reden die Kinder meistens nur einsilbig, wie z.B: “Aunty, Football” oder, “Aunty, rice”. Anstatt zu sagen: Aunty, please give me a football. Darauf achten wir mittlerweile extrem und wenn sie nicht ganze Sätze reden, dann bekommen sie auch nichts!
Am Ende der Ferien hatten wir wieder ein Children’s meeting und Rosamma fragte, was ihnen denn am meisten gefallen hat und sie sagten “sportsday”…da ging uns das Herz auf 🙂

Ich hab übrigens gelernt, aus Palmenblättern Besen zu machen, wer weiß wofür ich das nochmal brauche…:)

Dann hatten wir “hohen” Besuch aus Rom! MSFS ( Missionaries of St. Francis de Sales) hatte Founder’s Day, an dem man Peter Marie Mermier gedenkt, der Gründer der Kongregation der Salesianer. Zu diesem Anlass kam Father Agnelo Fernandes aus Rom, der Superior General der MSFS’. Eigentlich war bei Tejas (der Priesterschule 500m vom Nest) ein großes Programm geplant mit vielen Gästen. Allerdings war an diesen Tagen, Versammlungsverbot in Indien, man durfte nicht in großen Gruppen zusammenkommen, weil es zu diesem Zeitpunkt immer interreligiöse Ausschreitungen gibt, weil sich verschiedenen Gruppen darum “streiten”, wem irgendein Tempel gehört.

Das Programm wurde dann einige Tage später nachgeholt und es wurde ein ca. 2stündiger Sketch vorgefüht, in dem es um die Judenverfolgung in Deutschlang ging. Ein Satz der mir besonders im Gedächtnis geblieben ist lautete: In deutschland wurden Millionen von Deutsche ermordet, woraufhin sich 40 Kinder zu den Autnies aus Deutschland umdrehten und uns anstarrten. War ein bisschen blöd, vor allem weil uns keiner vorgewarnt hatte und zumindest, die kleinen Kinder die deutsche Geschichte noch nicht verstehen und kennen und echt Angst während der Vorführung hatten. Mittlerweile ist aber schon wieder alles vergessen, es ist auch gar nicht so als ob das irgendwelche Auswirkungen auf das Verhältnis mit den Kindern hätte, aber in dem Moment haben wir uns einfach etwas unwohl gefühlt.

Dann haben wir mit den Kindern nochmal ganz traditionell das Onam-Fest gefeiert. Dazu kamen etwa 60 Menschen zu Besuch, die sich super viel Mühe gemacht haben, den Kindern einen schönen Tag zu  schenken. Es waren befreundete Familien, die allesamt Gelde spendeten und jedem Kind neue Kleider schenkten. Sie bauten ein großes Zelt auf in dem wir alle zusammen ganz taditionell vom Banana-Plant-Leave aßen. Natürlich selbstgemachtes, traditionelles Onam-Essen! Sehr lecker !! 😀

Jetzt sind die Ferien vorbei – dass haben wir diese Woche gleich mal genutzt und sind mit Savitri nach Bangalore gefahren. Sie hat uns gezeigt welche Busse wir nehmen müssen und das nächste Mal werden wir es dann ganz allein versuchen…uiiiiiiiii!
Wir sind zum 1. Mal Riksha gefahren, das indische “Taxi”. Zu viert war es etwas eng und ich, die ganz außen saß, hatte echt Panik rauszufallen oder von den vorbeifahrenden Autos zerquetscht zu werden. Aber mit der Zeit lernt man sich wenigstens etwas mit dem indischen Fahrstil und Verkehr anzufreunden. Etwas!
Wir waren diesmal auf der Commercial Street, ganz anders, als die Straßen, in der wir sonst sind um z.B Churidars oder Schmuck zu kaufen. Man sieht fast nur Menschen in westlichen Klamotten. Wir dachten wir sind jetzt total passend gekleidet mit Churidar, aber nix da! Da hat man nur Jeans und T-shirt gesehen. Man glaubt es kaum, es gibt sogar ein Vero Moda in Bangalore, da denkt man fast, man  wäre zu Hause. Wir haben uns dann auch ein Stück zu Hause gegönnt und uns im Supermarkt Peanut Butter gekauft. Mhhhhhhhh, echt einfach nur geil mal ein Toast mit Peanut Butter zu essen. Auch wenn  ich total aufs indische Essen stehe. SO wie Eva gestern sagte: Schei… auf deutsche Brötchen, Chapati und Curry zum Frühstück ist das Beste! Ich steh sogar auf den Reis den die Kinder morgens oft zum Frühstück kriegen.
Apropos Chapati und Reis…wir waren diese Woche endlich mal in der Küche ein bisschen von Nashanti und Gomathi abgucken. Wir können jetzt schon ganz tolle indische Sachen kochen:)

Wir werden auch immer indischer. Wir sind mittlerweile Churidar-technisch mit sechs Stück ganz gut ausgestattet, wir haben super-kitschige-glitzerne Bangles (Armreifen), Fußkettchen, Fußringe, wir benutzen Kokosöl für die Haare um sie schön weich zu machen ( Kann ich übrogens nur jedem empfehlen, ist für die Haare das absolut Beste!!!), wir hatten schon Henna-Tattoos und machen uns  für die Messe und besondere Anlässe immer einen Bindi (Punkt oder Glitzerstein zwischen den Augenbrauen). Wir duschen mittlerweile mit Seife und nicht mehr mit Duschgel und das Esssen mit Besteck zu essen, schmeckt uns nur noch halb so gut!

Henna

Die liebsten und sonnigsten Grüße aus dem bunten Indien!

Eure Lisa

Okt
27

Hey meine Lieben,

es tud mir leid, dass ihr diesmal so lang auf meinen nächsten Bericht warten müsst….in den letzten Wochen war sooo viel los. Ich fühl mich wirklich ganz schlecht, weil ich weiß, dass es Menschen gibt, die hier ganz oft auf den blog schauen und darauf warten, dass ich endlich mal wieder was spannendes berichte! Glaubt mir, das Warten hat bald ein ende….bitte nicht aufhören, hier regelmäßig durch den blog zu stöbern;)

Hier waren zwei Wochen Schulferien, und da haben wir es wirklich kein Tag geschafft mal ins inet zu kommen. Die Kinder haben uns ganz schön auf trapp gehalten. Es war aber wirklch eine schöne Zeit, wir hatten 24 h die Kinder um uns rum und konnten viel mit ihnen machen.

Ihr werdet diese Woche auf jeden Fall einen gant langen, ausfürhlichen Bericht bekommen, damit ihr wieder auf dem laufenden seit.

Eva, Johanna und mir geht wirklich gut, wir sind hier ganz glücklich:)

Damit ihr nicht vergesst wie wir aussehen:

Lieben lieben Gruß!! Auf ganz bald….

Sep
21

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Unsere indische Hintergrundmusik während des morgendlichen Hausputzes, actually immer sehr laut aufgedreht:D Hört sich das nicht typisch indisch an, I just love it!

Unser erster Churridar!

Premiere am Wochenende, zum ersten Mal ein Churridar getragen:)

Sep
15

“Mädels…………ich glaube ich habe Läuse!”  Ja, so fing bei uns die vergangene Woche an.
Am 6. September entdeckte ich kleine, schwarz/ braune und in meinen Augen Monster-große-Tierchen auf meinem Kopf. Obwohl es zu erwarten war, waren Eva, Johanna und ich doch alle überrascht und naiv à zu glauben, dass wir das Jahr über verschont blieben von den Läusen. Ich dachte jedoch wirklich nicht, dass es schon nach drei Wochen so weit sein muss, zumal keine von uns jemals Läuse gehabt hat in ihrem Leben.
Zum Glück habe ich einen Läusekamm mitgenommen, wirklich unersetzlich! Ich muss sagen der elektrische Läusekamm taugt nicht sehr viel, man bekommt wirklich nur die großen Läuse damit und zusätzlich noch einen gewischt 😛
Das kleine Läuse-Handbuch von meiner Mum hat mir doch auch sehr geholfen! Obwohl es eigentlich quatsch ist hab ich mich doch zu Anfang ein wenig geschämt, zumal ich die ersté von uns dreien war. Allerdings: “Es gibt keinen Grund sich zu schämen. Egal ob peinlich sauber oder ‘Schmutzfink’ : Jeder kann Läuse bekommen” à SO das schlaue Büchlein. Dadurch fühlte ich mich doch gleich besserJ Was man noch so wissen sollte: Läuse springen nicht,  es ist ein Haar-zu Haar- Kontakt nötig um Läuse zu übertragen à einfach nicht zu vermeiden, wenn man mit den Kindern zusammen ist. UND: was sollten Sie nicht tun? à Kopfläuse leben auf den Köpfen der Menschen. Es ist nicht sinnvoll alle Kleidungsstücke, Bettlaken und Kuscheltiere zu waschen oder einzufrieren. Auch wenn ich eindeutig das Bedürfnis danach hatte!
Die Mädels haben direkt mit dem Entlausen angefangen – wirklich sehr lieb…unsere Beziehung wurde dadurch nur gestärkt, so denken wir;)
Am Samstag waren dann die kleinen Parasiten endgültig von meinem Kopf beseitigt…..zur gleichen Zeit entdeckte Johanna dann, dass sie auch Läuse hatte. UUPS! Allerdings konnten wir die ziemlich schnell eindämmen.
Eine Woche ist nun vergangen, ich hab die Läuse überlebt und das nächste Mal ( das es sicher geben wird) wird es ebenso sein!

Am Montag ist dann leider auch noch einer der Fische aus dem Glas in der Küche gestorben. Vor ein paar Tagen ist dann einer im großen Aquarium gestorben. Wir wissen nicht wieso., schon etwas komisch. Wir haben das Glas erstmal richtig gereinigt und desinfiziert. Jetzt haben wir einen kleinen Fischfriedhof im Garten!

“Indian Standard Time”

Bevor ich nach Indien kam, habe ich mich natürlich etwas belesen um mich über das Land und die Menschen hier informieren. Ich traf auf den Begriff “Indian Standard Time”, der die “Unpünktlichkeit” der Inder bezeichnen soll. Unpünktlichkeit trifft es nicht ganz, daher die Gänsefüßchen…
Drei Uhr in Indien heißt nicht unbedingt drei Uhr. Es kann auch halb vier werden, vier oder auch mal halb fünf. Schon in den ersten Wochen fällt auf, dass Termine oder vereinbarte Zeiten in Indien nicht unbedingt eingehalten werden.
Egal ob wir in die Stadt fahren um ein paar Besorgungen zu machen, oder nach Bangalore oder eine Einladung außerhalb annehmen, die Abfahrt kann sich leicht etwas verzögern. Genauso wartet man beim Schneider eine Stunde, bis der ´Churidar fertig ist, obwohl man noch am Morgen angerufen hat um zu fragen ob dieser am Nachmittag fertig ist und dieses Frage bejaht wurde.
Warten gehört in diesen Fällen aber einfach zum Alltag der Inder…man kann eben nicht alles planen, oft kommt etwas dazwischen, im Falle des tailors sind zwei Aushilfen nicht erschienen. Kann man den Indern vorwerfen sie seien unpünktlich…ich denke nicht. Kommt z.B unerwartet ein Gast zu Besuch, was nicht gerade selten vorkommt, denn good friends are family, dann würde man diesen niemals wegschicken. Auch wenn man gerade auf dem Sprung ist.
“Indian Standard Time“……………….”Lisa Standard Time” 😉

Indian Institute of Spirituality

Am Freitag sind wir mit Rosamma und einigen fathern zum “Annual Institute Day” des Indian Institute of Spirituality gefahren. Eine Art Uni für Schwestern und Brüder. Es waren ca. 200 Gäste da.
Zuerst wurde ein Gottesdienst gefeiert und dann stand  ein 2 ½  stündiges Programm an, von den Schwestern und Brüdern selbst auf die Beine gestellt. Totaaal beeindruckend. Es wurden Szenen vorgeführt, die unter dem Motto des Institutes standen : “ Education of the Heart is tue Heart of Education”. Es wurden indische Tänze verschiedner Regionen Indiens vorgeführt, mit der entsprechenden traditionellen Kleidung. Die Vorstellung war total beeindruckend.
Um es irgendwie zu beschreiben…Es war, als wenn Teil eines BOLLYWOOD – Films gewesen wäre – Ich MITTENDRIN!  Ich in Indien….craaaazy! Eigentlich unglaublich, dass ich in einem soo spannenden Land bin…aber unglaublich toll.

Umzug

Am Sonntag war es dann soweit. Die vierzig Kinder wurden von zwei Häusern auf drei aufgeteilt und neu gemischt. Das hieß es musste einmal ordentlich geputzt werden im neuen Haus, und viele Sachen getragen werden.
Jedes Haus hat einen Namen bekommen, die von allen gemeinsam ausgesucht und ausgelost wurden. Es gibt nun das Peackock-House (Pfauànational bird of India), das Parrot-House (Papagei) und das -House! Für die nächsten Wochen werde ich Hausmutter Miss Anu im Peackock-House unterstützen, dann werden Eva, Johanna und ich ca. alle drei Wochen im Uhrzeigersinn wechseln damit wir mal mit allen Kinder zusammen bzw. studying können.
Wir drei haben uns auch etwas für die Kinder überlegt um die neuen Häuser etwas bunter zu gestalten, die bisher etwas trist waren…Jedes Kind hat ein großes Namensschild bekommen, welches es selbst ausmalen durfte und mit Stickern bekleben durfte. Die Kinder fanden total super und die Zimmertüren sehen nun nicht mehr so langweilig aus!
In den Häusern ist es nun viel leichter die Kinder zu “zähmen”, zu betreuen, vor allem bei den Hausaufgaben, und morgens in die Gänge zu kriegen, damit sie rechtzeitig zum Schulbus kommen.

Coaching

Gestern stand zum ersten Mal Fußball-Training an. Mit mir als Coach J Eigentlich wollte ich ja erst mit Leichtathletik starten, allerdings war mir das mit Flipflops dann doch zu riskant für die Kinder. Schwester Rosamma hat gesagt, dass es eine Überlegung wert ist den Kindern Sportschuhe zu kaufen, Die sind natürlich recht teuer. Man muss hier einfach improvisieren!
Also der Stand ist, dass ich zehn Jungs zweimal in der Woche Fußball-Training gebe. Nicht ganz einfach bei Kindern, die bisher immer nur ohne Regeln gespielt haben, aber ich habe festgestellt, das die Trillerpfeife, die ich mitgebracht habe seht gut funktioniert!
Die Jungs sind auf jeden Fall total verrückt nach Fußball, mal sehen ob sie auch am Training Spaß haben werden.

Gestern waren wir beim tailor um die Churidas abzuholen. Jojo’s waren beide fertig, von Eva und mir leider nur einer. Diese wurden dann aber gleich anprobiert als wir zu Hause waren. Die Anprobe hat für ganz schönes Gelächter gesorgt. Die Hosen sind so riesig,  da passen wir wirklich zweimal rein. Jojo sah aus wie ein Sumo-Ringer in ihrer Hose! Allerdings ist das wohl normal, oben an der Hose ist ein Band um die hose eng zu ziehen, und nach dem ersten Waschen sitzen sie wohl etwas besser. Das Gefühl war aber total schön, den ersten Churida zu tragen. Dieser wird dann gleich am Sonntag zur Messe getragen. Der tailor hat uns auch einen guten Tip geben. Hier in der Nähe gibt es wohl einen Churidar-laden, der so was wie “summer sale” hat 😀 wir kriegen dort drei churidars für 700 rupien 58 Rupien sind übrigens ein Euro. Das heißt drei für etwa 12Euro. Total gut, und da werden wir in den nächsten Tagen mal mit Miss Savitri hinfahren. Sie hat gesagt, sie geht gern mit uns Mädels stoppen und zeigt und gute Geschäfte. Sie hat gemeint wir wenn wir etwas moderner sein wollen, dann können wir auch gut Jeans, oder ne enge schwarze Hose mit neu indischen Jeans-Top tragen, da gibt’s auch ganz schöne bunte.

Aug
30

Sonntag, 29. August

Heut war ein ganz besonderer Tag! Die Familie kam zu Besuch, von der FIDESIndia das Grundstück bekommen hat auf dem nun das NEST-Projekt steht und die Priesterschule mit dem FIDESIndia-Büro!
Wir hatten erst Messe und dann ein Konzert, das Irmi mit den Kindern auf die Beine gestellt hat.
In der Messe hat Father Mathew, der Haupt-Initiator von NEST war, erzählt wie es zu dem Grundstückskauf kam. Als sie das Projekt starten wollten ist FIDESIndia an einen Betrüger geraten und hat wohl viel Geld für ein Grundstück bezahlt, dass sie nie bekommen haben. Dann haben sie durch Zufall von der Familie gehört (hab leider den Namen nicht richtig verstanden), und dass sie ihr Land verkaufen wollen. Die Familie ist sehr reich, es sind vier Brüder, die wohl eine große Firma in Bangalore haben. Father Mathew hat sich mit dem ältesten Bruder getroffen und seine Situation geschildert. Der Mann hat sich mit seinen Brüdern zusammen gesetzt und am Ende haben sie FIDESIndia das Grundstück für NEST geschenkt und das Grundstück für auf dem jetzt die Priesterschule ist für wenig Geld überlassen. Eine unglaubliche Geschichte, wenn mal so darüber nachdenkt.
Es war ein besonderer Anlass, dass die Brüder mit ihren Frauen und Kindern zu Besuch gekommen sind. Es war das erste Mal, dass wirklich die ganze Familie gekommen ist. Ich hab  die Familie als sehr herzlich und offen kennengelernt. Sie haben als Dank sogar ein Lied für uns  gesungen (also für die NEST-family 🙂 ) und alle haben dann plötzlich mitgesungen!
Das Konzert der Kinder war der Höhepunkt des Tages. ES WAR SOOO SCHÖN! Unglaublich toll! Ihr müsste euch unbedingt die Videos anschauen, Live war es natürlich tausendmal besser.
Die Kinder haben gesungen, Flöte gespielt und Klavier. Und sie waren so glücklich, haben gestrahlt. Ich glaube jeder war an diesem Tag so stolz. Man muss bedenken, dass Irmi erst seit drei Wochen da ist und die Kinder schon so viel gelernt haben.
Wie Father Shibu heute gesagt hat: “ Wenn die Kinder innerhalb von drei Wochen schon so viel erreichen können, zu welch unglaublich tollen Persönlichkeiten werden sie sich in einigen Jahren entwickelt haben?! Ich kenne diese Kinder noch nicht sehr lange und ich bin gerade mal drei Wochen hier, aber auch ich war heute unglaublich stolz auf die Kinder und ich bin glücklich, dass ich die Chance habe das nächste Jahr über ein Teil dieser großen Familie zu sein!

Aug
30

Donnerstag, 26. August

So langsam kommen wir in den Tagesrhytmus rein:
Wir sind heut zum 2. Mal um halb sechs aufgestanden (die letzten Tage waren ja holidays, da  durften wir bis ca. Viertel nach 7 schlafen….um halb acht fing dann die mass an. Also sozusagen ein kleiner Gottesdienst mit allen Kindern, Sister Rosamma, den Hausmüttern Hanu, Salvatri und Sonja, Irmi (die dt. Musiklehrerin, die noch etwa zwei Wochen bleibt) und einem der Father, der die mass bzw die Kurzpredigt gehalten hat. Normalerweise ist immer nur Sonntagsmorgen Messe.
Die Messe ist immer sehr schön und kindgerecht, die father schaffen es immer die Botschaft der Predigt auf ne super Weise für die Kinder zu übermitteln. Zwischendurch singen die Kinder dann immer, Irmi hat auch einen kleinen Chor mit den besten Stimmen zusammengestellt. Es ist immer richtig schön den Kindern beim singen zuzuhören!

Also unser normaler Tagesablauf sieht in etwa so aus:

Um 5:30 klingelt der Wecker!!! Im Moment quälen wir uns noch etwas aus dem Bett…
Dann folgt die 15minütige Morgen”dusche”, Zähneputzen, anziehen usw….dann ist eine viertel Stunde Yoga, das haben wir bisher leider noch nicht mitbekommen, die ersten Tage durften wir  ja noch ausschlafen, dann waren holidays und gestern und heute ist Yoga ausgefallen…alle Kinder hatten heute einen math-test für den noch gelernt werden musste.  Normalerweise geht das Lernen morgens etwa um sechs los. Um zehn vor 7 ist dann prayer, etwa 20min. Dann frühstücken die Kinder, wir teilen das Essen aus. Dann müssen die Kinder ihre Becher und Teller spülen, wir kontrollieren dann jeden Becher und Teller ob er “properly” gewaschen ist, ansonsten muss er oder sie nochmals ran. Dann wird sich die Schuluniform angezogen und in vier parallelen Reihen aufgestellt und nochmals gebetet. Um acht verlassen die Kinder dann das Dorf und fahren etwa eine halbe Stunde mit dem Bus zur Schule.
Um halb neun frühstücken dann wir meist, also Rosamma, die Hausmütter, Father Jason und manchmal auch Father Riju oder Shibu und Eva, Jojo und ich. Das Frühstück ist eigentlich die eigene Mahlzeit, die etwas gewöhnungsbedürftig ist. Es gibt eben oft Chapati mit Erbsencurry oder wie heute z.B mit Kartoffelpüree, also meist herzhaft. Das kennen wir einfach nicht. Es schmeckt zwar meist auch alles gut, aber zum Frühstück eben gewöhnungsbedürftig. Manchmal gibt es aber genau so Chapati mit Bananen oder Honig, oder Toast mi Marmelade…also verhungern werden wir hier niemals!
Nach dem Frühstück werden meist unterschiedliche Aufgaben erledigt. Entweder in den Häusern der Kinder gefegt und gewischt, Wäsche gewaschen am Waschstein mit nem Eimer Wasser und nem Stück Seife, klappt übrigens echt gut! Nächste Woche werden die 40 Kinder auf ein drittes Haus aufgeteilt, der Raum, wo die mass stattfindet wird auch ins neue Haus verschoben, dieses muss entsprechend eingerichtet werden. Um eins gibt es dann Mittagessen, vorher oder nachher duschen wir. Danach haben wir oft Freizeit und können z.B ins Internet:)
Um viertel vor vier wird Kaffee getrunken, um diese Zeit kommen in etwa die Kiddies aus der Schule. Die müssen dann zuerst ihre Kleider waschen, Unkraut zupfen, Blätter im Garten einsammeln usw…dann gibts für die Kinder auch Kaffee und Plätzchen.
Danach dürfen sie meist bis sechs spielen. Also da sind vor allem wir gefragt:) Seit zwei/drei Tagen übernehmen Johanna und Eva die floot-class und unterrichten die Kinder im Flöten, weil Irmi mit einem der father für ein paar Tage nach Nord-Karnataka gereist ist. Ich bespiel die Kinder also by myself.
Um sechs werden dann Hausaufgaben gemacht, bis sieben. Dabei helfen wir dann auch. Die letzten Tage konnten Jojo und Eva leider nicht helfen, weil sie ja floot-class machen. Drei Hausmütter und ich um auf vierzig Kinder aufzupassen und ihnen zu helfen ist schon recht schwierig. Aber diese Zeit gefällt mir total gut, weil ich den Kinder gerne helfe. Vor allem in Mathe und in Englisch und beim Lesen.
Dann ist prayer, danach Abendessen, und dann nochmal weiterlernen für die Kinder. Nachdem die Kinder gegesessen haben, essen dann wir. Danach gehen wir wieder zu ihnen und lernen mit ihnen.
Um neun gehen die Kleinen dann ins Bett. UM etwa zehn die älteren Kinder. Also ein relativ anstrengender Tag für die Kinder. Gestern Abend ist Nandish im Sitzen neben mir eingeschlafen, während ich mit Ravi gerade Primzahlen gelernt habe. Eigentlich sollte Nandish Rechenaufgaben lösen, die ich ihm aufgeschrieben habe. Aber es war auch schon viertel vor zehn in etwa, dann sind die Kinder auch in Bett gegangen. Nandish hat dann heute morgen die Aufgaben gerechnet:) Sogar ohne Fehler! 🙂
Bei Eva, Jojo und ich ist das Licht meist um halb 11/11 aus. Drei Minuten später schlafen wir dann tief und fest;)

Jason hat uns drein jetzt jedem ein Nagel an die Decke übers Bett gebohrt an dem jetzt unser Mückennetz hängt! Mit dieser optimierten Technik haben wir eigentlich kaum neue Mückenstiche am morgen. Allerdings werden wir abends während der studying time ziemlich durchstochen, sogar durch die Klamotten!

Letzten Montag waren wir bei der Police Station um uns registrieren zu lassen, die Registrierung muss innerhalb von 12 Tagen ab Ankunftstag erfolgen. Wir saßen vier Stunden im Police Office, mussten gefühlte hundertmal unsere Daten angeben auf Formulare, die eigentlich immer nur die gleichen Fragen beinhalteten. Anschließend mussten wir nochmal alles in Computer eingeben. Dann hieß es erst wir sollen das Jahr über Steuern Zahlen, da Eva, Johanna und ich ein Employment Visum bekommen haben von der Botschaft in Frankfurt, weil das Typ-x Visum von letztem Jahr nicht mehr existiert. Man wollte uns erst nicht glauben, dass wir hier freiwillig sind und kein Geld kriegen von FIDESIndia. Daher wurden wir nochmal einzelnd ins Büro des Polizeichefs geordert und gefragt warum wir hier sind und wieso wir ein Employment Visum haben. Letzendlich wurde uns dann doch geglaubt und wir müssen keine Steuern zahlen…wie auch, wenn wir kein Geld bekommen??
Montag war außerdem “Onam”, ein Feiertag, der eigentlich eher in Kerala gefeiert wird. Aber da einige Mitarbeiter, unter anderem auch Rosamma aus Kerala kommen, wird dieser Feiertag auch im Nest gefeiert. Die Kinder haben ein “Mandalar” aus bunten Blumen vor die Tür gelegt, richtig schön, mit den Worten “Happy Onam” und “NEST”. An diesem Tag wird so wie wir es verstanden haben, die Rückkehr eines Königs aus Kerala gefeiert, zu dessen Regierungszeit alle Menschen zu Essen hatten und es allen gut ging. Man isst an diesem Tag nicht vom Teller sondern von dem Blatt einer Bananenpalme, außerdem wird normalerweise kein Fleisch gegessen.

Also….Happy Onam (auch wenns etwas verspätet kommt ) !!!!!

Aug
21

HOLIDAYS

Freitag, 20. August

Nein, nicht das ihr meint ich bräuchte schon Urlaub bzw. Wir……..von heut an haben die Kinder 4 Tage holidays, dass heißt, sie sind rund um die Uhr im NEST. Das heißt natürlich wir haben mehr zu tun, was uns aber sehr freut. Denn gerade der Kinder wegen sind wir hier. Ich kann mich noch gut an die Email von Maria und Svenja, den ehemaligen Mazlerinnen im Nest erinnern, in der sie die Kinder als Goldschätze bezeichnen….und ich kann nur sagen, dass stimmt! Die Kinder sind total offen und süß und Lichtjahre davon entfernt couchpotatos zu werden. In jeder freien Minute, wenn nicht gerade studying oder cleaning/ washing time ist wollen sie bespaßt werden. Und das freut uns natürlich. Vor allem sind sie sehr an Sport interessiert wie Fußball und Volleyball.
Jetzt gerade machen die meisten Kinder einen Mittagsschlaf, das heißt es ist ausnahmsweise mal sehr still und wir haben Zeit für uns. Eigentlich wollten wir heute Mittag einen Film für die Kinder anmachen (the sound of Music) aber es ist mal wieder stromausfall. Daran haben wir uns quasi schon gewöhnt, weil der strom wirklich regalmäßig weg ist. Gestern abend um sieben ist der Strom ausgefallen und es war gerade praying time. Alle Kinder waren in einem Raum und es wurde stockduster. Ich wäre allein total aufgeschmissen gewesen, ich dachte auch die Kinder würden weinen. Dann machte ein Junge die Notagregat-Lampe an und ich erkannte dass die Kinder einfach nur total Spaß hatten und deshalb am kreischen waren. Mittlerweile weiß auch ich wo die Notagregat-Lampen sind!
Ich steh übrigens total aufs indische Essen, auch wenn Reis das Grundnahrungsmittel aller Mahlzeiten ist (außer morgens, da gibt es KuskusartigenBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBB) . Durch die Soßen bzw. Gewürze und durch das Gemüse, was mir sogar schmeckt Mama!, kommt da echt Variation rein! Mal sehen wie lang diese Meinung anhält 😉
Das Problem sind im Moment eigentlich nur die Mücken, was sicher auch das ganze Jahr über so sein wird…Jede Nacht wache ich (trotz Mosquitonetzt) mit neuen Stichen auf…und es ist soo warm nachts, obwohl noch nicht mal die heißeste Zeit des Jahres ist…der Ventilator im Zimmer schafft nur wenig Abhilfe. Die Mücken scheinen genau so über unser deutsches “Anti-brumm” zu lachen, denn viel Wirkung hat dieses noch nicht gezeigt……..

Liebe Grüße!

Aug
21

17.08.2010

Hallo Ihr Lieben,

Gestern sind Eva, Johanna und ich endlich in Indien angekommen……totaaaal geschafft vor Müdigkeit. Der Flug bzw. beide Flüge (Düsseldorf-Dubai-Bangalore) hatten  Abflug-Verspätung, die Versorgung war allerdings der Wahnsinn!! Ich kann nur jedem empfehlen mit Emirates zu fliegen….Langeweile während des Fluges kommt garantiert nicht auf! Jeder Passagier hat nicht nur einen eigenen Fernseher sondern auch ne eigene Bedienung mit der er nicht nur sein eigenes Fersehprogramm festlegen kann, dass aus geschätzten 300 Filmen und Serien aus allen Bereichen bestand, sondern mit der man auch Spiele jeglicher Art gegen jeden Passagier im Flugzeug spielen kann. So endete Eva schließlich lauthals lachend neben mir beim Kinderprogramm wie den alten Disney Filmen (Aladin, Jungle Buch oder auch Aristocats). Johanna und ich ließen uns mit den neusten Filmen aus Hollywood berieseln. Am Ende stand dann noch ne Runde Tetris gegeneinander an. Tja, sicherlich wäre es venünftiger gewesen, wenn wir versucht hätten zu schlafen….wir waren denke ich einfach zu aufgeregt um zu schlafen.
Die Spannung auf Dubai war bei uns groß. Wir durften leider nicht aus dem Flughafen raus, hätten aber auch nicht viel Zeit gehabt aufgrund der Verspätung des ersten Flugzeugs. Unglaublich waren die 40 grad celcius als wir aus dem Flugzeug stiegen, um 12 Uhr nachts….da war es in Indien mit 30 grad sehr angenehmn. Außerdem hängt in Dubai alle 20 meter voneinander entfernt eine RolexUhr an der Decke, nicht gerade klein. Da fragt man sich doch schon ( im Hintergedanken sein Vorhaben fürs nächste Jahr) wo dieses Geld eigentlich herkommt und ob das nicht ein bisschen zu dick aufgetragen ist.
Naja, fotografiert haben wir die Rolex trotzdem und dafür gleich den Stempel Tourist von den Leuten hinter uns aufgesetzt bekommen. Wahrscheinlich auch aufgrund des Riesen-Trackingrucksacks auf unserm Rücken, von dem mein Steißbein etwas schmerzt. Naja, an den Stempel Tourist werden wir uns im nächsten Jahr wohl gewöhnen müssen. Allerdings haben wir auch schon positive Rückmeldung für unser Vorhaben bekommen. Egal ob es der Typ beim Security check in Deutschland war, der mich fragt was das denn für eine Flagge auf meinem T-Shirt ist, ich antworte Indien und erzähle das wir ein Freiwilligen Dienst machen. Darauf er nur: Korrekt man! Und schnuppert an meiner Duftkerze für Schwester Rosamma, die ich vom untersten meines Riesenrucksacks rauskramen muss. „Geil ey“ sagt der Typ und holt seine Kollegen um sie auch mal schnuppern zu lassen.
Dann saß auf dem Dubai-bangalore Flug noch ein ganz netter Inder neben mir, war ganz interessiert, hat uns Tips gegeben wie wie wir was auf Kannada sagen müssen (Die Sprache, die hier in der Region gesprochen wird) und uns zum Schluss viel Glück und eine schöne Zeit gewünscht.

Dann sind wir endlich in Bangalore angekommen, unser Gepäck hatten wir zum Glück sofort. Rosamma und Jason, der Fahrer, haben auch schon auf uns gewartet. Ganz herzlich begrüßt wurden wir mit Küsschen links, Küsschen rechst und ner Umarmung. Schwester Rosamma ist wirklich richtig süß und auch klein:). Sogar ich musste mich nach unten bücken um sie zu umarmen, und das soll schon was heißen.
Wir hatten dann ne 1 1/2 stündige Fhart vor uns ins Nest Projekt. Die Fahrweise der Inder ist sehr gewöhnungsbedürftig.Ich frag mich wirklich wie wir es ohne Unfall hier ins Dorf geschafft haben. Aus drei Fahrbahnen machen die Inder sechs, so ungefähr….man überholt wo man nur kann, und man hupt um zu sagen: Achtung ich überhole! Also nur Gehupe auf der Straße…..aber man ist hier wohl wirklich sehr aufmerksam beim Fahren, und das Speedlimit wird dabei auch immer eingehalten.
An der Straße haben wir gar nicht soo viele Kühe gesehen wie erwartet, aber es gibt sie! Und Affen auf den Bäumen…und alles ist hier sehr viel grüner. Unser Dorf liegt hier komplett im Grünen. Mit Kokospalmen und Bananenstauden….und anderen Früchten.
Es gab direkt Mittagessen. Für uns gab es gestern immer ne Extraportion sozusagen, mehr Auswahl als für die Kinder, aber nur weil as unser Willkommenstag war…was ich sehr unangenehm fand. Wir essen aber nicht mit den Kiddies zusammen, sondern in der Gruppe der Betreuer. Es gab Hünchen, Reis, und ne Chillisoße mit Gemüse.Zum Abend gabs dazu noch Chapati. Zum Nachtisch Avocado mit Zucker. Echt lecker! Uns wurde auch Besteck angeboten, also das gibt es hier auch. Aber Nein! Wir wollen ja mitleben mit allem drum und dran (außer den indischen Toiletten), deshalb haben wir gleich mit den Fingern losgelegt.
Dann haben wir erstmal drei Stunden geschlafen, uns geduscht, Kaffee getunken unsern Koffer ausgepackt…unser Zimmer ist echt in Ordnung. Wir haben unser eigens Badezimmer mit indischer und westlicher Toilette. Wir haben uns entschieden, die indiIndian toilet!sche das Jahr über zu ignorieren.Unsere "Dusche"
Und wir haben unsere eigene „Dusche“, also einen Wasserhahn unter dem ein großer Eimer und ne kleine Kelle steht. Sich so zu waschen geht einfacher als gedacht. Man bekommt das Shampoo gut raus und auch das kalte Wasser macht einem bei den Temperaturen hier nicht viel aus.
Rosamma hat uns dann durchs Dorf geführt…im November wird ein neues Haus, wirklich groß, fertig sein. Da kommen Büros, Gästezimmer und Schlafzimmer für die Kinder rein und Räume in denen die Kinder sich aufhalten können.Und wir werden Ende des Jahres einen Basketballplatz bekommen.
Zur Zeit ist ist hier eine Junge deutsche Musiklehrerin, die die Kinder hier im Singen, flöten und Klavierspielen unterrichtet. Sie ist erst seit einer Woche da, kennt aber schon alle Kindernamen und trinkt das gefilterte Wasser aus dem Hahn ohne aufs Klo zu müssen….das macht uns auf jeden Fall Mut. Wir haben erstmal ne Flasche stilles Wasser bekommen für die ersten Tage um uns zu gwöhnen.
Ab vier Uhr müssen wir Türen und Fenster zu machen, weil dann die Mücken kommen. Gestochen wurden wir direkt schon gestern. Ich hab dann gleich mal das Mückennetz aufgehängt. Unter dem es nachts aber sehr warm wird…
Die Kinder sind alle totaaal süß, wirklich! Sie kamen alle ganz aufgeregt an, ganz höflich. „Good evening Aunti, My name is……“ Oh my god….ja die Namen, ich frag mich wie man die alle in einer Woche lernen soll. ich muss erstmal lernen sie auszusprechen und dann auch noch merken?!
Der Tag für die Kinder ist glaube ich echt stressig. Er beginnt um halb sechs und endet für einige um zehn. Die jüngeren gehen um kurz vor neun ins Bett. Abends machen sie noch Hausaufgaben oder lernen, das gleiche noch vor der Schule!
Wir dürfen die ersten Tage alles ein bisschen ruhiger angehen und ausschlafen, also heut sind wir um acht aufgestanden.

Heute war eigentlich der schönste Moment nach dem Kaffeetrinken…ach ich trink übrigens seit neustem Kaffee, den ich in Deutschland immer verabscheut habe. Der indische mit Milch schmeckt echt richtig gut…die Kinder bekommen ihn auch zum Kaffeetrinken.
Nach dem Kaffee, so um 16 Uhr kommen die Kinder aus der Schule, zwar ist dann erst Geschirrspülen angesagt und dann Kaffeetrinken für die Kinder,  danach haben sie aber Freizeit, was für uns heißt SPIELEN MIT DEN KINDERN! Wirklich ein super Spaß. Ich hab heut mit ein paar Jungs Fußball gespielt, was noch etwas durcheinander war und mit schupsen und den Ball in die Hand nehmen einherging. Jojo und Eva haben Seilchenspringen gemacht mit den Kindern.
Danach waren Hausaufgaben angesagt. Das fand ich persönlich noch schöner. Erstens konnte ich intensiver auf die Kinder eingehen und einige Namen lernen ( Mathew, jaa einfache Namen sind auch zwischendurch dabei, Anem Kumar, Anem, Sahid, Mary) zweitens bringe ich den Kindern damit etwas bei. Mit einem habe ich eine Englische Geschichte gelesen, die wie ich gerade merke sogar für mich lehrreich ist. Ich denke, die Moral war, dass man sich manchmal von anderen helfen lassen sollte und nicht versuchen soll alles allein zu machen. Und das die Hilfe von anderen oft nur gut gemeint ist. Dann habe ich Mathew in Mathe beim Plus-und Minusrechnen geholfen, wobei ich mich in die Grundschule zurückversetzten musste. Plus ging ohne Probleme, bei Minus musste ich einen der älteren Jungs fragen 😀 Wie gesagt, man kann und soll Hilfe ruhig annehmen.
Leider müssen viele Kinder auf dem Fußboden ihr Hausaufgaben machen, es gibt nur zwei Tische und zwei Bänke.
Um viertel vor sieben ist immer Abend-prayer…danach Abendessen, was heut wirklich super lecker war, zum Nachtisch gabs Mini-Bananen, auch richtig gut! Danach ist für einige noch Klavierunterricht und nochmal Hausaufgaben und Lernen.
Die Kinder sind echt alle total gut erzogen…es wird auch ziemlich darauf geachtet. Sie müssen alleine ihr Geschirr und ihre Kleider waschen (was strengstens kontrolliert wird, jeder Becher und Teller muss uns gezeigt werden), sie sagen immer Good evening Aunti oder Hello Aunti, Yes Aunti….sie müssen die Blätter im Garten sammeln…
Die Beziehung zueinander ist soweit ich das sehe auch ziemlich herzlich, jeder hilft jedem, die Großen den Kleinen bei den Hausaufgaben…Man hilft eher einem anderen als seine eigenen zu machen….bei der Konzentration muss man ein wenig aufpassen, man merkt auch dass einige Kinder austesten wie weit sie bei uns gehen können:) Das ist normal, denke ich:)
Eva Jojo und ich werden auch schon umarmt und an der Hand genommen, ein Junge hat mich gleich mitgezogen als es um die Hausaufgaben ging und wollte, dass ich ihm helfe. 😀 super süß
Naja vlt werde ich ein bisschen ausführlich, aber im Moment ist einfach alles so spannend, das will man loswerden…
Ich hoffe euch gehts gut, wir kommen auf jeden Fall bisher sehr gut zurecht…

Das Internet funktioniert heute nicht, also werdet ihr diese Nachricht wohl erst später lesen:) Stromausfall hatten wir auch schon, also das ist wohl alltäglich hier.

Ach und unsere erste wichtige Aufgabe, die uns Jason zugeteilt hat, ist jeden Morgen die Fische im großen und kleinen Aquarium zu füttern. Unsere kleinen Haustiere, neben den Kühen!

Good night my friends!

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