Startseite » Allgemein » Tongariro Crossing und der World forgotten Highway
Sep
13

Von Taupo aus fuhren wir immer am gleichnamigen 600 Quadratkilometer grossem See, einem ehemaligem Supervulkan Richtung „Nationalpark“. So nennen die Kiwis den Tongarriro NP, den ersten Nationalpark Neuseelands. Bekannt fuer seine wunderschoenen Alpinen Trekkingpfade, darunter mit einer der schoensten Tageswanderungen des Landes dem Tongariro Crossing.

Da wir vor her sehr wiederspruechlicheInformationen erhalten hatten:

von der Treck ist wegen Eis und Schnee geschlossen, ueber kein Problem bis hin zu nur mit einer gefuehrten Tour moeglich. Somit fuehrte unser erster Weg in das  dortige Visitor Center. Uns wurde erklaert dass der sonst fuer jedermann umsonst zugaengliche Weg in den Wintermonaten wegen oft rasch wechselnden Wetterbedingungen (Temperaturstuerze, Eis und Schnee) nur mit einer gefuehrten Tour zu bewaeltigen ist. Das beste Wetter wurde fuer den kommenden Samstag voehergesagt, so hatten wir noch 2 Tage um uns auf den 8 Std. Marsch vorzubereiten. Um diese Zeit voll auszunutzen beschlossen wir noch am selben Tag einen kurzen Walk (ca.8 Km) zu den Taranaki Falls die sich ebenfalls im Np befinden zu machen. Zunaechst durch dichten Wald an einem Fluss entlang lichtete der sich allmaehlich und man sah das Wasser aus 20 m Hoehe in ein naturlich geschaffenens Becken stuerzen. Zurueck ging es ueber offenes ungeschuetztes Heideland. Der Wind war auf nun 1100 Hoehenmetern eisig. Vom Weg aus konnten wir die 2 hoechsten ganz mit Schnee bedeckten Gipfel des Mt. Ngauruhoe und Mt. Ruapehu sehen. Wir uebernachteten auf einem kleinen Doc Campground mit Blick auf die Berge. Am naechsten Tag standen wir frueh auf unser Ziel waren die Tama Lakes. Auf einem 20 Km langen Trail gelangten wir zu den 2 Eruptionskratern am Fusses des Mt. Ngauruhoe. Der Pfad der Streckenweise wie ein Gebiergsstieg ist laesst einen zunaechst zum „Lower“ also zum tiefer gelegenem Tama Lake kommen. Aus der Ferne laesst sich das Ziel kaum ausmachen, die Entfernung scheint zu gross um sie zu Fuss erreichen zu koennen. Der Pfad fuehrt ueber kleine Holzbruecken und Bachlaeufe mit von Wasser und Eis rundgeschliffenen Steinen. Der anhaltende Schneeregen hat den Pfad schlammig und rutschig werden lassen. Ab einer Gabelung leiten uns nur noch Marker und der Weg fuehrte stetig Bergauf. Der Schnee lies nach und es klarte ein wenig auf. Inzwischen konnten wir unsere Ziele in dem Gebiergsmassiv zumindest ausmachen.

Wind pfiff uns um die Ohren als wir am Rand des Lower Lakes standen. Ganz wie im Reisefuehrer beschrieben ein weiter blauer See von steilen Waenden eingerahmt. Der Aufstieg zum Upper Lake kostete einige Ueberwindung, es war nun doch sehr kalt und der Wind hatte in dieser Hoehe (1300m) an Staerke zugenommen. Auf einem kaum erkennbaren steilem Pfad nur von schmalen Markern gesauemt, brauchten wir fuer die weiteren 400 Hoehenmeter ca 1 Std. Der Ausblick entlohnte fuer all die Muehen, beide Seeen konnten wir von hier oben betrachten im Hintergrund der schneebedeckte Mt. Ngauruhoe. Dies

war ein gutes Training und ein kleiner Vorgeschmack auf das hochalpine Klima. Wieder an der Visitorinformation angekommen erkundigten wir uns nochmals nach dem Wetter fuer den morgigen Tag, denn wir wollten die Tour nur bei klarer Sicht und optimalen Bedingungen wagen. Die Vorhersage haette besser nicht seien koennen also fix gebucht!! Alles Equitment wird vom Veranstalter gestellt (Rucksack, Windichte Hose und Jacke, Spikes Boots und Eisaexte).

Um 7:00 Uhr morgens wurden wir mit einem Bus am Visitorcenter in Turangi abgeholt. Waehrend der Fahrt wurden wir mit allem noetigen ausgestattet. Mit dem Bus ging es wieder in den Np. auf 1150 m Hoehe.

Der Walk wurde in verschiedene Abschnitte unterteilt. Die erste Std. war freies walken zum warmwerden durch Heideland und vorbei an kleinen Gebiergsbaechen. Nach dem sich die ca. 30 koepfige Gruppe am ersten Sammelpunkt, den einzigen Toiletten wiedergefunden hatte machten wir uns fuer das steilste Stueck des Weges bereit. 500 Hoehenmeter, ca. 1 Std. steil Bergauf, bis zum South Crater galt es nun zu bewaeltigen. Ganz verwegene koennen von diesem Punkt aus noch einen Abstecher zum Craterrand des Mt. Ngauruhoe machen weitere 2Std. bergauf ohne jeden Pfad. Nach anschliessender Pause war es Zeit die Spikes unter die Schuhe zu schnallen. Die uns  im nun vom Schnee und

Eis bedecktem Pfad den noetigen Halt gaben, bis wir den Red Crater in 1886 m Hoehe erreichten. Am Rand des Craters liegt durch die Vulkanische Aktivitaet kein Schnee, der Boden dampfte vor Waerme. Ein idealer Platz fuer unseren Lunch wobei wir uns gleichzeitig auf dem Boden sitzend von der natuerlichen Energie waermen liessen. Da dies auch der hoechste Punkt ist war der Rundumblick einmalig. Mt Ngauruhoe der aehnlich wie am Red Crater oben eine freie Stelle aufweist von dem Wasserdampf aufsteigt. Vulkanische Aktivitaet ueberall um uns herrum. In den Sommermonaten koennte man die Emerald Lakes sehen. Heute aber von Schnee und Eis bedeckt ist nur eine riesige weisse Flaeche zu erkennen. Der Abstig vom Red Crater zu den eigentlichen Lakes war das steilste Stueck auf dem gesamten Walk. Dank der Spikes unter unseren Schuhen gab es keine Ausrutscher. Bei jedem Schritt mussten wir diese fest in Eis treten um genuegend Halt zu bekommen. Der
weitere Weg fuehrte durch eine weite Schneelandschaft, zum Glueck ging es dabei nur noch bergab. An einem weiteren steilen Hang zogen wir die Spikes aus und rutschten auf unseren Regenhosen den Hang hinunter. Einer aus der Gruppe pfluegte als erster eine Bahn in die unberuehrte Schneedecke auf dieser rutschten alle hinterher. Irgendwann gelangten wir zu einer kleinen Berghuette, hier legten wir unsere letze Rast ein, danach ganz entspannt auf einem Pfad ins Tal hinunter. Als alle den Bus erreicht hatten stiessen wir mit Coca Cola auf den Tag an. Wieder an unserem Camper angelangt verabredeten wir uns mit einem Paerchen aus unserer Gruppe. Wir haben dann den Tag in den Hot Pools der Stadt ausklingen lassen.

Nach einem Tag Pause erreichten wir Waitomo die Gegend ist fuer ihre riesigen Unterirdischen Hoehlensysteme bekannt. Die auch mit sehr teuren Touren(Blackwater Rafting, 100m Abseiling) besucht werden koennen. Wir wollten in dem Gebiet den Ruakarie Bushwalk laufen, Neuseelands schoensten Kurzwanderweg. Der 60 Min dauernde Rundweg fuehrte uns durch 2 natuerlich geschaffene Hoehlengaenge. Der Waitomo River hat sich diese in Jahrtausenden selbst durch das Kalkgestein gebohrt.

Als naechstes waren wir auf den World Forgotten Highway gespannt. Dieser wurde uns von unseren Hollaendischen Freunden empfohlen. Der ehemalige 155 Km lange Highway wird heute nur noch von den rund 100 Farmern die dort leben genutzt. Die duenn besiedelste Gegend des Lands zeigte uns Neuseeland so wie wir es uns immer vorgestellt hatten. Gruene saftige Huegel,grasende Schafsherden, kleine plaetschenrde Baeche und wilde Ziegen. Atemberaubende Ausblicke von der kleinen sich durch die bergige Landschaft schlaengelnden Strasse. Ein Tunnel durch den unser Camper gerade so zu passen schien fuehrte uns zu einem Buschcampingplatz der Familie Herbert. Ca. 6 Km vom Weg ab gelangten wir zu einer einsamen Farm. Schafe,  Pferde und die Huetehunde begruessetn uns und auch von den Herberts wurden wir herzlichst bei Tee und Kuchen empfangen. Gastfreundschaft pur mitten im Niergendwo.  Auf dem weiterem Weg durchquerten wir die einzige „Stadt“ am Highway. Mit seinen 40 Einwohnern gruendete Whangamomona irgendwann 1989 seine eigene Gebietsreform die Freie Republik. Der Highway endete in Stratford von wo aus wir zum Egmont NP fuhren. Mit dem Mt. Taranaki einem weiteren Vulkan den wir schon schneebeckt vo

n der Strasse aus sehen konnte. Vom Tongarriro Crossing noch etwas angeschlagen entschlossen wir uns in New Plymouth ein paar Tage zu entspannen. Auf einem kleinen Caravan Park am Meer genossen wir das gute Wetter. Weiter ging es dann ueber den Surf Highway immer an der Kueste entlang bis Whanganui. Dort verfolgten wir die Eroeffnung der Rugby Weltmeisterschaft.

Nun sind wir seit 2 Tagen in Wellington von wo aus wir morgen mit der Faehre auf die Suedinsel uebersetzen. Wellington ist bekannt fuer sein grosses modernes Museum das „Te Papa“ welches wir auch besuchten. In einem Erdbebensimulator liess es sich nachfuehlen wie es bei einem richtigen Erdbeben zugeht. Auch in der Stadt gibt es die weta Cave eine der bekanntesten Special Effects Schmieden der Filmwelt. Bekannt durch Bestseller wie Der Herr der Ringe, Distrikt 9 oder Narnia. Durch einen kleinen Film konnte wir dort einen Eindruck ueber die aufwaendigen Drehs bekommen.

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